Going stärkt

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Von wilden Bajuwaren und tiefen Stollen – die Geschichte von Going

Als der Stärkere noch das Sagen hatte.

Panorama Sommer_Going_Foto von Felbert_Reiter (1)

Weder eine Sage noch eine Urkunde können heute etwas Genaues über die Entstehung Goings erzählen. Doch fand man im Pfarrhaus eine alte Handschrift die in mühevoller Arbeit transkribiert wurde. Demnach war es eine wilde Gegend, wo erst nach Rodung der Wälder eine Besiedelung stattfand. Aber auch dann war es kein leichtes. Heute noch findet man Gehöfte mit Namen wie „Wolfsegg“ und das kommt nicht von ungefähr. In diesen Zeiten gab es Vorschriften über Spieße, Lanzen und Jagdgeräte, die ein jeder besitzen musste. So schützte man sich vor wilden Tieren, die hier hausten. Als im 6. Jahrhundert die Germanenstämme der Bajuwaren aufgrund von Bevölkerungsüberschuss von Bayern Richtung Süden zogen begann die Besiedelung Tirols. Mancherorts trafen die wilden Bajuwaren auf rätisch-romanisierte Dörfer, siedelten sich an und lebten in einer friedlichen Gemeinschaft. In Going schien es jedoch anders gewesen zu sein…

Denn der Name Going kommt nicht wie man es vermuten mag von einem englischen Adelsmann. Nein, es war viel mehr Gouwo, der als Oberhaupt sein Bajuwarenvolk in diese Gegend führte. Im gebührte die Ehre seines ganzen Volkes, die als Dank dafür die neue Heimat nach ihm benannten. Gouwo ist wahrscheinlich eine Kurzform von Vuitagowo, oder Witiguowo und so war dieser Ort nun eine Siedlung der Gouwo-Sippe. Durch die Veränderung der Sprache wurde daraus Gowingen, Gayngen, Gaing, Goign und schlussendlich Going. So wird der Name auch im Theresianischen Kataster von 1775 erstmal offiziell erwähnt.

Von tiefen Stollen, Goldgräberstimmung, harter Arbeit und einem Selbstmord, der so gar nie hätte sein müssen.

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Die Abbaurechte wurden damals vom Landesfürsten an Unternehmerfamilien bzw. -zusammenschlüsse vergeben. Kostenlos war diese Ehre natürlich nicht und so mussten sich die so genannten "Gewerken" mittels ertragsabhängiger Abgaben beim obersten Herrn revanchieren. Alles in allem muss es wohl doch ein sehr lukratives Geschäft gewesen sein, denn auch die Fugger und der Herzog von Bayern waren unter den schürfenden Genossenschaften. Das Abbaugebiet am Röhrerbichl im nahen Oberdorf spielte ebenso eine wichtige Rolle wie der oberhalb der Reither Ache liegende Fuggerbau, das sogenannte Abendgebirge. Dieses bestand aus Schächten, die zum Teil bis in 890 Meter Tiefe und somit unter Meeresniveau reichten. 1540 zählten sie zu den tiefsten in ganz Europa.

Der Stollenbau war wegen des flachen Geländes nicht möglich und so musste mit Bergbarten, auf Knien, teils im eiskalten Gebirgswasser in steilen Schächten nach Fahlerz gegraben werden. Um das Grundwasser heben zu können und das Arbeiten überhaupt möglich zu machen, baute man Wasserhebemaschinen. Diese benötigten für den Betrieb jedoch Oberflächenwasser, welches aus Seen oder über Rinnen zugeführt wurde. Als die Grabungen immer tiefer wurden, brauchte es noch mehr Wasser. Ein gewisser Herr Gabl setzte sich für einen neuen, 1.055 Meter langen Zufluss von der Weißache in Ellmau zum St. Georgschacht in Going ein. Als der Durchfluss nicht auf Anhieb klappen wollte, nahm sich Gabl das Leben. Er bedachte dabei nicht, dass das Wasser einige Zeit benötigt, um seinen neuen Weg zu finden. Wenige Monate später wurde der "Gablgraben" in Betrieb genommen.

Die Verseuchung des Glaubens

Zur Blütezeit arbeiten mehr als 1.500 Mann in den Schächten auf der Südseite von Going. Dies stellte Arbeitgeber, die heimische Bevölkerung und selbst die katholische Kirche vor neue Herausforderungen. In der Prama, einem Ortsteil von Going, entstanden einfache Knappensiedlungen, in denen die Bergleute teils unter widrigsten Umständen auf engstem Wohnraum, mit schlechter Hygiene und einfachster Nahrung hausten. An sie erinnern heute nur mehr fünf Knappenhäuser, eines davon das Haus Gattern. Die katholischen Oberhäupter waren nicht sehr erfreut, als sich mit dem Zuzug aus dem Ausland auch der Protestantismus und die Sekte der Wiedertäufer verbreiteten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde mit aller Kraft von Kirche und Landesfürsten gegen die "Verseuchung des Glaubens" vorgegangen. Aufstände und Rebellionen blieben nicht aus und führten letztlich zu einem wesentlichen Rückgang der Erträge und Einnahmen aus dem Bergwesen.

Von Glanzzeiten und Untergang

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Geschwächt aus der Mitte und mit allmählich schwindenden Ressourcen der Natur zeichnete sich um 1700 bald das Ende der Bergbauzeit ab. Die Fugger bauten als alleinig übriggebliebene "Gewerke" in den darauffolgenden Jahren noch Salz und letzte Reste von Kupfer und Silber ab. Doch die Hochzeit konnte nie wieder erreicht werden. Als die Verluste im 18. Jahrhundert fast alljährlich anstiegen, wurde der Betrieb am 24. Dezember 1774 von Maria Theresia eingestellt und die Abbaurechte auf die ehemaligen Bergknappen übertragen. Seit jener Zeit gab es immer wieder Untersuchungen auf Resterze, das letzte Mal 1970 durch die südafrikanische Union Corporation. Aber auch sie musste bald feststellen, dass die Glanzzeiten mit jährlich 12.000 kg Kupfer und 70.000 kg Silber längst der Vergangenheit angehören. Heute erinnern nur mehr wenige Überreste des Gablgrabens, vereinzelte Knappenhäuser und ein im Jahr 2003 errichteter Gedenkbrunnen an die ehemalige Goldgräberzeit von Going. Wer sich aber auf den Spuren der Bergleute begeben möchte, der findet den einen oder anderen verlassenen Weg und geheimnisvollen Stollen etwas versteckt beschrieben in der Dorfchronik.

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