Going stärkt

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Die Goinger Ursaat

Von den Urkräften der Natur

Auf der Sonnenseite von Going, am Fuße des Wilden Kaisers, heißt es, sind die Urkräfte der Natur besonders stark. Und manchmal gehen sie auch auf Reisen, verpackt als kleine Geschenke.

©defrancesco_ursaat_ernten-33

"Do heroben is’ scho a gonz a besonderes Platzerl", sagt er, der Bio-Bauer Franz Wallner und auch, dass das mit der Urkraft schon seine Bedeutung hat. Eigentlich ist es ja ganz einfach: Mit der Entstehung unserer Erde wurde plötzlich jede Menge Energie frei – Urkraft, wenn man so will. Und die, die dauert bis heute an. "In jeder Pflanze, in jedem Grashalm und in jedem Tier, überall is’ die Urkraft drin. Und des spürt man auch", ist der Franz überzeugt. Schon als Kind hatte er die Fähigkeit, besondere Plätze zu spüren, auf denen gebaut oder gesät werden sollte. Auch mit dem Wasser kennt er sich aus und hat seine hofeigene Quelle biologisch aktiviert. Laut dürfte man das allerdings nicht sagen, da würde man gleich als Spinner abgestempelt. Aber irgendeinen Grund muss es wohl haben, dass rund um den 600 Jahre alten Bio-Hof alles bestens blüht und gedeiht. Der Franz war schon immer etwas anders als die anderen. Vielleicht auch wegen der Umstände. Bereits mit 18 musste er nach einem tragischen Unglück den Hof seines Vaters übernehmen. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Zeit, die Franz genützt hat, seinen konventionellen Bauernhof in einen Bio-Hof mit Rinderzucht, Milch- und Waldwirtschaft sowie Ackerbau zu verwandeln. À la Selbstversorger, wenn man so will, denn am Blaikenhof werden unter anderem auch Erdäpfel, Getreide und Kräuter angebaut. So war es kein Zufall, dass vor drei Jahren das Projekt Goinger Ursaat an diesem Ort entstand.

In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Going und der Kräuterexpertin Cornelia Miedler wurden sieben Samen aus dem Bestand der Bio Austria Saatgut und der Arche Noah ausgewählt. "Die waren ganz schön knausrig, da hab’ i grade mal 500 Gramm bekommen", lacht Franz. Beides sind Vereinigungen, die sich dem Erhalt rarer Gemüse-, Obst- und Getreidesorten verschrieben haben und diese wie einen Schatz bewahren. Franz und seine Frau Luise haben diesem Schatz wieder Leben eingehaucht und bauen auf Kleinstfeldern – jedes nur so groß wie ein mittelgroßes Zimmer – Phacelia, Ringelblume, Mais, Sonnenblume, Schwarzhafer, Urweizen und Schlangenknoblauch an. Die Wahl fiel dabei nicht zufällig auf die zum Teil exotisch klingenden Sorten. Jede hat ihre eigene, ganz besondere Wirkung – ob als Tee, Heilblume, Getreide oder Bienenweide.

Die Saat

Phacelia. Eine kostbare Bienenweide und Teeblume.
Ringelblume. Eine essbare Blüte und Heilblume in der Medizin.
Mais. Das uralte Hauptnahrungsmittel, ein wichtiger Basentee.
Sonnenblume. Eine Ölsaat und Nahrungsmittel mit Teeblüte.
Schwarzhafer. Ein uraltes Getreide und eine Teepflanze.
Urzweizen. Ein altes Hauptnahrungsmittel für Mehl & Sprossen.
Schlangenknoblauch. Eine alte Gemüsepflanze.

Im Zeichen des Mondes

In mühevoller Handarbeit wird gejätet und geerntet. "Hier muss man auf den richtigen Zeitpunkt schauen. Die Samen dürfen nicht zu reif sein, sonst fallen sie gleich aus der Blüte. Jede Pflanze hat ihre eigene Zeit. Die erste Ernte beginnt bereits zur Egascht, zur ersten Mahd im Juli. Der Mond spiel auch eine große Rolle und natürlich das Wetter." Luise Wallner ist die perfekte Ergänzung zu ihrem Mann. Auch die Pädagogin beschäftigt sich mit dem weiten Feld der Urkraft. "Früher habe ich alles genau ausgependelt. Heute spüre ich einfach, welches Getreide wo angebaut werden soll." Die Wallners betreiben Fruchtfolge-Wirtschaft. Das bedeutet, dass jedes Jahr eine andere Sorte am Feld angebaut wird. Diese Methode steht ganz im Gegensatz zur Monokultur und sorgt für ideale Wachstumsbedingungen und Bodenfruchtbarkeit.

Ein Stück Urkraft geht auf Reisen

Ein Stück Urkraft geht auf ReisenDie Idee hinter der Goinger Ursaat war es, ein Stück Urkraft in die Welt zu schicken. Die Samen werden geerntet, getrocknet und in der Lebenshilfe in Oberndorf liebevoll verpackt – bereit, um Kraft und Energie zu verbreiten. Denn das Besondere an diesen Samen ist, dass sie sich vermehren. Eine seltene Angelegenheit in der heutigen Zeit. Säht man sie, entsteht die Frucht, die abgeerntet wird, um die Samen im nächsten Jahr erneut gedeihen zu lassen. Ein Weitergeben der Energie, der Kraft der Natur. Aus Liebe zur Heimat, ein Stück Going für die Welt.

Die Goinger Ursaat. Ein Geschenk an unsere Gäste.

Die Goinger Ursaat. Ein Geschenk an unsere Gäste.
Die Goinger Ursaat. Ein Geschenk an unsere Gäste.

NaturliebendeMarion Hölzl

Die Goinger Ursaat. Ein Geschenk an unsere Gäste.

Es wächst. Weil´s auch schon vor 100 Jahren hier gewachsen ist. Und das nicht, weil es gerade im Trend liegt, sondern es von Natur aus so ist. Ganz ohne jeglichen Chichi und Intensivpflege, dafür aber schon etwas unberechenbar und wild. Das ist die Goinger Ursaat – unser Geschenk an unsere Gäste.

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Die Ringelblume – Wetterprophet und Wunderheilerin

Schon in der Antike war die Ringelblume wegen ihrer heilsamen Kräfte bekannt und geschätzt. Auch Hildegard von Bingen war von der "Ringella" ganz angetan – wirkt sie doch antibakteriell, blutreinigend, krampflösend und verdauungsfördernd. In manchen Regionen wurde die orange farbige Blume sogar als Wetterorakel eingesetzt. War die Blüte morgens vorschlossen, so galt dies als Zeichen für aufziehenden Regen. Heute wird sie in der Naturmedizin vorwiegend für Salben und Tees benutzt. Dafür übergießt man 2 TL getrocknete Blüten mit heißem Wasser, lässt diese 10 Minuten ziehen und seiht sie ab. Davon mehrere Tassen täglich getrunken, wirkt die Ringelblume entspannend auf Magen und Darm.

Crowd Gardening oder gemeinsames "Gaschteln"

Crowd Gardening oder gemeinsames "Gaschteln"Crowd Gardening oder gemeinsames "Gaschteln" ist nicht nur in den Städten ein neuer Trend. Auch bei Biobauer Franz kann am urigen Blaikenhhof bei der Pflege und Ernte der Goinger Ursaat mitgearbeitet werden. Ganz nebenbei erfährt man wertvolle Tipps und Tricks, altes Wissen und interessante Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Für alle helfenden Hände gibt es die Goinger Ursaat als Geschenk. "Säen, Jäten, Ernten" mit Biobauer Franz jeden Freitag im Sommer auf den Spuren der Goinger Ursaat. Anmeldung bis Donnerstag, 17:00 Uhr in den Infobüros.

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