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Moor&more in Going

In einem Land vor unserer Zeit

Heustadl_Wilder Kaiser_Foto von Felbert_Reiter (1)

Einst waren die Alpen von einem kilometerdicken Eispanzer bedeckt, nur die höchsten Berggipfel – man sie Nunatak – ragten heraus. Mit der zunehmenden Erderwärmung schmolzen die Eismassen dahin und vor ca. 10 000 Jahren war Tirol eisfrei. Nun wurde sichtbar, was Jahrtausende unter dem Eispanzer verborgen lag. In dem Mulden, die der Gletscher ausgeschürft hatte, bleiben Seen, Teiche und Tümpel zurück. Zu dieser Zeit begannen auch die Moore zu entstehen, denn Pflanzen begannen zu wachsen, abzusterben und so entstanden über Jahrtausende die Moore. Eine Landschaft bizarr und faszinierend, sagenumwoben und geheimnisvoll. Rundum den Wilden Kaiser entstanden viele kleine Moore, die nun seit 2013 zu den Ramsar Schutzgebieten zählen.

Was ist so faszinierend an einer Moorlandschaft?
Es braucht das genaue Hinschauen, um die wahre Schönheit eines Moores wahrzunehmen! Alles wächst eher klein, denn der nährstoffarme und nasse Boden lässt nichts Großgewachsenes zu. Zu jeder Jahreszeit hat das Moor ein anderes Farbenkleid. Besonders farbenprächtig ist es im Herbst. Da stülpt sich das Moor sein goldenes Kleid über. Das Pfeifengras, das früher für das Putzen von Tabakpfeifen und Flöten verwendet wurde, ist hauptverantwortlich für die schöne Färbung – wechselt es doch seine Farbe zu einem schimmernden Gelb.

Aber was ist ein Ramsar Schutzgebiet?

Aber was ist ein Ramsar Schutzgebiet?

Aber was ist ein Ramsar Schutzgebiet?1971 wurde der Vertrag zum weltweiten Schutz der Feuchtgebiete in Ramsar, einer Stadt im Iran unterzeichnet. Österreich nominierte 1983 die ersten Gebiete. Wie überall auf der Welt wurde der Wert der Moore lange Zeit nicht geschätzt. Die sogenannten „Sauren Wiesen“ wurden trockengelegt und Futterwiesen und Wälder daraus gemacht, denn diese Art der Bewirtschaftung brachte mehr. Torf wurde außerdem als günstiges Heizmaterial verwendet. Aber in manchen Regionen ist ein Umdenken erfolgt und der Wert der Moore für uns alle erkann. So wurde 2009 die „Moor Allianz in den Alpen“ gegründet, zu der Moore in Bayern, Salzburg (Pass Thurn) und Tirol (Walchsee, Ellmau, St. Johann und Going) gehören. Zusammen mit den Bundesforsten wurden um den Wilden Kaiser die Moor und more Erlebniswelten errichtet und 2012 fertiggestellt, wie die Naturpädagogin und Moorführerin Elfriede erzählt. Mit diesen Erlebniswelten will man die Bedeutung der Moore den Besuchern näher bringen. Es wurde aber auch viel zum Schutze der Moore getan, so wurde z. B. das Hüttlingmoos renaturiert. Dies war ein ehemaliges Moor, aus dem bereits ein Wald gemacht wurde. Im Zuge der Renaturierung wurden die Bäume gefällt und mit Pferden zur Schonung des Bodens aus dem Wald entfernt. Das Wasser wurde mittels Dämmen aus Lärchenholz aufgestaut, damit die Umgebung wieder vernässen kann. So kann im Laufe Jahrzehnte schön langsam wieder ein Moor werden. Langsam geht alles im Moor! So braucht es 1000 Jahre, damit die Torfschicht um 1m höher wird.

Aber warum sind Moore so wichtig?

Die Hauptpflanze der Moore ist das Torfmoos. Dieses wächst unendlich in die Höhe, stirbt unterirdisch ab, es bildet den Hauptbestandteil des Torfes. Das Torfmoos kann das bis zu 30ig fache des Eigengewichtes an Wasser aufnehmen, das Moor ist also ein ganz wichtiger Wasserspeicher. Dieses gespeicherte Wasser wird langsam an die Umgebung abgegeben. Dies ist besonders bei Starkniederschlägen und "Hochwettern" im Alpenraum essentiell. Eine ganz wichtige Aufgabe der Moore ist auch die Speicherung von CO2 .Nur drei Prozen der weltweiten Landfläche sind mit Mooren bedeckt, diese allerdings speichern doppelt soviel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammen. Da im Moor kaum Sauerstoff vorhanden ist, wird organisches Material nicht zersetzt. Somit bleiben die Blütenpollen erhalten, die ein wichtiger Indikator für die Wissenschaft sind. So kann man anhand dieser Pollen feststellen, wie eine Landschaft zu bestimmten Zeiten ausgeschaut hat, Auch allerhand Lebewesen kann man im Moor finden, denn auch sie werden konserviert.

Diese Erlebniswelt kann mann auf eigene Faust erkunden:

Diese Erlebniswelt kann mann auf eigene Faust erkunden:Tatsächlich trifft man dort auf Zauberwesen: Elfe Törfchen, ihren besten Freund Rocky, die Spinne Grusela und Opa Schneggi. Im liebevoll gestalteten Rätselführer stellen sie spannende Fragen und führen auf ihre Weise durch das Moor. Ca. alle 15 Minuten wird mühelos ein Rastplatz erreicht, an dem man sich ganz bequem die selbst mitgebrachte Jause schmecken lassen kann. Aber Achtung: Törfchen und Rocky achten penibel darauf, dass Essensreste und Co wieder im eigenen Rucksack verschwinden. Dafür warten an den Südhängen des Wilden Kaisers aufregende Spielstationen wie der „Libellenflug“, „das Kaiserpendel“, „die Schlucht“ und „das Spinnennetz“ darauf entdeckt zu werden.

Bei einer geführten Wanderung mit Elfriede kann man noch viel mehr Geheimnisse des Moores entdecken. Ausgerüstet mit selbstgebasteltem Casher, Lupe und Döschen gehen kleine Abenteurer auf Entdeckungsreise. Beim den Hüttlingteichen kann man nach Wassertieren suchen. Man weiß nie genau, was man so alles an Land und im Wasser finden kann. Da kann man Schnuck, die Libelle herumschwirrend treffen, oder im Wasser Libellenlarven, Köcherfliegenlarven im „Pyjama“, die gefräßigen Larven der Gelbrandkäfer, und und und, alles wird nicht verraten. Wenn die Gelbbauchunke Kathi in ihrem Refugium ist, dann lässt sie sich gerne von Elfriede fangen und sich genau betrachten. Es ist aber Glückssache, welche Tiere sich fangen lassen. Natülich gibt es immer wieder überraschende Begegnungen. Spannend ist es auf jeden Fall!

Sie wollen die Runde selber erleben - hier die Touren:

Moor & More Rocky Runde

Moor & More Rocky Runde

Moor & More Rocky Runde

Wanderstartplatz Hüttling, Going (820 m)Wanderstartplatz Hüttling, Going (820 m)

Ausgiebige Naturerkundung im Moor & more. Spannende Rätseltour mit Rocky durch den Kaiserwald.

Wandern

Leicht

2:30 h

340 m

5,7 km

Moor & More Törfchen-Runde

Moor & More Törfchen-Runde

Moor & More Törfchen-Runde

Römerhof, St. Johann (769 m)Römerhof, St. Johann (769 m)

Kinderfreundliche Wanderung durch das Moorgebiet. Entdecken Sie mit Törfchen, der Moorelfe, die besonderen Bewohner des Moors.

Wandern

Leicht

1:30 h

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4,8 km

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